Fiesta de la Tradición
Ein Gaucho ist ein ganzer Kerl! Vormittags klopft er den Rindern auf Schulter und Rücken, mittags zähmt er sich einen wilden Hengst, um nachmittags bereits mit ihm im und seinen anderen Pferden im Kreis zu reiten. Später zutscht er die letzten Tropfen seines Morgenmates aus einem kunstvoll dekorierten Kürbisbecher, poliert seinen mit Silber verzierten Hosengürtel und macht sich nen neuen Mate. In den Abendstunden schlachtet er für seine Familie eines der Rinder und grillt das bereits in unzähligen Morgenden zartgeklopfte Fleisch senkrecht über einem Feuer. Zum Essen gibts einen argentinischen Spitzenwein von um die Ecke, ein Pudding als Nachtisch und nen frischen Mate zur Verdauung. Zum Sonnenuntergang schlüpft der Gaucho dann in feine Stoffschüchen, setzt sich eine Baskenmütze auf, reitet mit seinem Pferd nochmal kurz im Kreis und gießt sich vor dem Schlafengehen nochmal einen letzten Mate auf. So oder ähnlich war das Früher auf dem Lande in Argentinien. Und weil’s so schön war, wird’s heute noch gepflegt und gehegt. Zum Beispiel in der alljährlichen Fiesta de la Tradición in San Antonio de Areco, mit 260 Jahren einem der ältesten und damit traditionsreichsten Dörfer Argentiniens.
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